Zweck und Gegenstand der Waldgenossenschaft eG. Gödenroth

Zweck der Genossenschaft ist die Förderung des Erwerbs und der Wirtschaft der Mitglieder durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb.

Gegenstand des Unternehmens ist die Bewirtschaftung, Verpachtung und Verwaltung des Gödenrother Genossenschaftswaldes und der dazugehörigen Ländereien zu gleichen Anteilen.

Organe der Genossenschaft

A. Der Vorstand
1. Vorsitzender Ulrich Brück
2. Vorsitzender Norbert Engel
3. Vorsitzender Thomas Haubrich

B. Der Aufsichtsrat
Hans-Werner Klein ( Vorsitzender)
Edgar Wendling
Peter Kunz

C. Die Generalversammlung

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  • Chronik
  • Kaufvertrag von 1808
  • Die Chronik der Walgenossenschaft sowie ein Kaufvertrag von 1808

  • Vor rund 750 Jahren lag ein bedeutender, jedoch schon lange untergegangener Hof in der Gödenrother Gemarkung unweit vom Dorf nördlich des Dünnbachs (Deimerbach) und hieß Schweikhausen, abgeleitet von den Namen der früheren Schreibweisen Sweichuisen – Schweichhausen. Die Güter des pfalzgräflichen Hofes waren unter mehrere Lehnleute verteilt, deren Wohnungen sich an der Stelle erhoben haben, die den Namen Schweichhauser Gasse (heute Schweikhauserheck) führte.

    Jahr 1367
    Erstmals urkundlich erwähnt, war das Gut in Besitz der Pfalzgrafen Ruprecht der Ältere und Ruprecht der Jüngere, die es an den Ritter Emmerich von Waldeck als Lehen abgegeben hatten. Ebenfalls 1367 beurkundet, belehnen die Pfalzgrafen auf den unbeerbten Todesfall des Emmerich von Waldeck, dessen Schwagers Sohn, Niklas den jungen Vogt von Senheim mit dem pfälzischen Lehen zu Gödenroth und Schweichhausen.

    Jahr 1438
    Wird in einem sponheimischen Gefällregister vermerkt, dass die Grafen von Sponheim zu Gödenroth einen Hof, sechs Lehen und und ein besonderes Gerichte hatten, jedoch die herrschaftliche Mühle verfallen sei.
    Im Laufe der Zeit kam das Lehen Schweichhausen an die Familie von Lewenstein und danach von derselben an die anfangs adlige, zuletzt fürstliche Familie von der Leyen.
    In Besitz des Grafen Philipp Franz Wilhelm von der Leyen ( 1766 – 1829 ) war der letzte adlige Lehensherr, der in der Oberburg ( Wasserschloß ) zu Gondorf residierte und später in Armut geraten in Oberwesel verweilte.
    Nachdem die Wohnstätten des Hofes untergegangen waren, nahmen die Einwohner von Gödenroth das dazugehörende Gut in Bestand und steigerten es zu Anfang des 19.Jahrhunderts als Eigentum an sich.

    Jahr 1808
    Am 12.Mai kam es zum Verkauf des gesamten Schweikhauser Gut und allen dazu gehörigen Ländereien zwischen dem infolge französischer Kriegslasten verschuldeten Herr von der Leyen und die damals 58 registrierten Bürger zu Gödenroth. Vor dem kaiserlichen Notar Ferdinand Zeiler erschienen zur Unterzeichnung des von ihm beurkundeten Kaufvertrags Herr Anton Kalt, Reserveur (Steuerverwalter) des ehemaligen Grafen und gegenwärtig Herr von der Leyen, sowie 50 Einwohner von Gödenroth und hierzu erbetenen Zeugen Albert Kolpitz, Gutsbesitzer von Heddesheim und Georg Heinrich Storck, Pfarrer zu Gödenroth. Der Kaufpreis betrug 2801 Franken und 34 Centimes und war in fünf gleichen Zielen jeweils an Martini (Martinstag), beginnend zum gegenwärtigen Jahr 1808 bis zum letzen in 1812 an o.a. Herrn Kalt zu zahlen. Einregistriert zu Simmern am 21.05.1808 !

    Jahr 1898
    Am 20.August – rund 90 Jahre später waren laut Grundbucheintragung 89 Mitglieder in der so genannten Waldgesellschaft registriert.

    Jahr 1900
    Am 22. Juli werden noch unter dem Königreich Preußen in einer notariellen Urkunde die Gründungsversammlung der Waldgesellschaft sowie die ersten Statuten mit 17 Paragraphen protokolliert. Jahr 1926 Am 22. Februar wird in einer Gesellschaftsversammlung unter der Leitung von Notar Dr. ju.Curt Schönith die Umstellung des Stammkapitals Gegenstand der Verhandlung. Danach wird das Stammkapital der Gesellschaft von 44.000,- Mark auf 21.000,- Goldmark herab gesetzt bzw. umgestellt, als geminderten Wert des Vermögens infolge der Kriegs- und Nachkriegsverhältnisse. Der Geschäftsanteil eines jeden der damals 84 Gesellschafter betrug 250,- Goldmark.

    Jahr 1941
    Am 24 Februar wurde in einer ersten offiziellen Satzung mit 59 §en erstellt, eingetragen beim ehemaligen Amtsgericht Kastellaun und unter dem Namen Waldgenossenschaft GmbH veröffentlicht.
    Hierin wird die frühere Bezeichnung “Waldgesellschaft“, auch unter “Privatgemeinde“ bekannt, in “Waldgenossenschaft eG Gödenroth“ umbenannt. Eine Namensgebung die noch heute Bestand hat.

    Jahr 1965
    Zu Beginn des Jahres wird erstmals ein Geschäftsführer bestellt, der dem Gremium Vorstand und Aufsichtsrat zur Seite steht und die vielfältigen Aufgaben im Buchhaltungs- und Verwaltungsbereich wahrnimmt.

    Jahr 2008
    Das Jahr des Kaufertrages (1808) bildet die Berechnungsgrundlage für das 200-jährige Bestehen der Waldgenossenschaft und die hiermit verbundenen Feierlichkeiten in 2008.
    Im Jubiläumsjahr zählte die Genossenschaft 49 Mitglieder. Der Besitz der Waldgenossenschaft umfasst nach wie vor ein Gesamtgebiet von 59 ha, von dem 41,50 ha Wald und 17,50 ha an Äcker und Wiesen ausgewiesen sind und forstamtlich unterstützt von den Genossen selbst bewirtschaftet werden.

    Jahr 2015
    Errichtung und Betrieb von 2 Windenergieanlagen durch die Firma Höhenwind mit einem Windenergieertrag von insgesamt 6 Megawatt Leistung auf dem Gebiet der Waldgenossenschaft. So manches Brauchtum, dessen Ursprung in der Frühgeschichte der Waldgesellschaft zu finden ist bzw. überliefert wurde, wird auch noch nach 2 Jahrhunderten von den Genossenschaftsmitgliedern bei der alljährlich einberufenen Generalversammlung und an- schließenden Feier zum Gemeindetag bewahrt und gelebt.

    Einen herzlichen Dank an Manfred Müller.

  • Heute, den 12. Mai 1808 erschienen vor Ferdinand Zeiler, Kaiserlicher Notar für das Resor des Arrodiesements von Simmern, Rhein und Mosel Departements, wohnhaft in Simmern, Herr Anton Kalt Reserveur des ehemaligen Grafen und gegenwärtig Herrn von der Leyen, wohnhaft zu Oberwesel, welcher erklärt hat, dass die unten benannten Einwohner und Ackersleute zu Gödenroth von ihm gekauft haben alles Schweikhauser Guth welches auf dem Gödenrother Bann liegt mit allem was dazu gehört, bestehend in Acker, Wiesen und Waldungen, wie auch alle andere Eigenthümlichkeiten welche besagten Herr von der Leyen zugehört und auf dem Gödenrother Bann gelegen sind, wo runter auch alle Rückstände von diesem Guth ohne Ausnahme mit einbegriffen sind: unter nach stehenden Bedingungen:
    Namen der anwesenden :
    Adam Freiß, Peter Bertz, Peter Wendling Sen., Peter Knebel, Peter Becker, Peter Pies, David Heinz, Franz Leonhard, Nicolaus Müller Jun., Peter Werner, Michael Heeß Sen., Adam Wilbert Sen., Georg Schneider, Friedrich Wendling, Nicolaus Prinz, Peter Jost, Peter Müller, Georg Peter Wendling, Heinrich Bertz, welcher erklärte nicht schreiben zu können, Peter Merg Sen., Peter Schneider, Philipp Junker, Peter Merg, ?? Peter Wendling Jun., Nicolaus Müller Sen., Sebastian Ihmig, Nicolaus Wendling, Nicolaus Schneider, Dieter Schmidt, Philipp Emmel, Karl Philipp Petry, Adam Müller, Philipp Schneider, Georg Peter Schneider, Peter Emmel, Conrad Wagner, Friedrich Kaiser, Nicolaus Michel, Friedrich Junker, Adam Löwenbrück, Friedrich Schneider, Nicolaus Weyh, Nicolaus Michel, Martin Wendling, Peter Wilbert, Adam Wilbert Jun., Urban Werner, Peter Klockner, Hirthen Wittis, Anna Kath. Meinhard, welche drei letztere erklärt haben nicht schreiben zu können.

    1. Dieser Kauf wurde gemacht für und um die Summe von zweytausend-achthundert und ein Franken und 34 Centimes (2801,34 Franken) welche an oben gesagte Herr Kalt in fünf gleichen Zielen bezahlt werden soll, und zwar das erste Ziel an Martini gegenwärtigen Jahres 1808 und die folgende Jahre um nämliche Zeit die übrige Ziele bis 1812 auf Martini  das letzte bezahlt werden soll, ohne Interessen, und verbürgen sich die
      Käufer einer für alle bis zur ……………? nicht lesbar.
    2.  Der Herr von der Leyen überläst den Käufer besagtes Schweikhauser
      Guth zu ihren Genuß und Besitz und daß sie damit erhalten als ihr
      Eigenthum
    3.  Alle Papiere welche Bezug auf diese Guth haben, solle den Käufer
      übergeben werden.
    4. Vermittelst abbesagter Summe verzichtet der Herr von der Leyen auf
      Rückstände an Schulden von diesem Guth und die Käufer sind
      verpflichtet die Grundsteuer, Kriegs- und andere Lasten davon zu
      entrichten.
    5.  Die Einregistrierungkosten haben die Käufer zu zahlen.
    6.  Sind die Papiere von besagtem Guth, ihn den Käufer von Herr Kalt übergeben werden.
    7.  Die Kosten von gegenwärtiger Art haben die Käufer zu zahlen.

    Geschehen zu Gödenroth am Tag, Monat und Jahr wie oben und haben unterschrieben nachdem gegenwärtiger Art vorgelesen war, die Parthien:
    der Notär und Herr Albert Koplitz Gutsbesitzer von Heddesheim und Georg Heinrich Storck, Pfarrer zu Gödenroth als hierzu erbetene Zeuge.
    Unterschrieben von: Peter Werner, Nicolaus Prinz, Peter Pies, Franz Leonhard, Nicolaus Schneider, Peter Schneider, Sebastian Ihmig, Adam Löwenbrück, Peter Jost, Philipp Junker, Nicolaus Wendling, Adam Wilbert, Michael Michel, Peter Emmel, Karl Philipp Petry, Friedrich Schneider, Michael Heeß Sen., Nicolaus Müller, Adam Müller, Peter Merg Sen,. Forster Müller, Philipp Emmel, Friedrich Junker, Peter Wilbert, Peter Wendling, Peter Becker, Friedrich Wendling, Peter Rech, Peter Schneider, Georg Schneider, Philipp Schneider,
    Peter Müller, Wilhelm Werner, Nicolaus Michel, Peter Johann Gewehr, Michael Heeß Jun., Peter Merg Jun., Peter Hastenpfug, Peter Wendling, Conrad Wagner,
    Adam Freiß, David Heinz, Peter Laux, Peter Knebel, Nicolaus Weyh, Friedrich Theiß, Martin Wendling, Albert Toplitz, Georg Henrich Storck, Anton Kalt als fürstlich Leyicher Kellerei und dazu Beauftragter und Zeiler.
    Einregistriert zu Simmern den 21.Mai 1808. (Unterschrift nicht lesbar)
    Anmerkung von Franz Bylda: Aus dieser Akte der Private Waldgesellschaft Gödenroth ist zu ersehen, dass es keine Schenkung des Grafen von der Leyen war, sondern von den damaligen Bürgern gekauft wurde.
    Freiherr von der Leyen war in verschuldetem Zustand durch Zahlungen von Kriegslasten an die Franzosen welche in französischen Franken geleistet werden mussten. (siehe besondere Akte)
    Soweit die Recherche von Franz Bylda, der diese Akten viele Jahre im Archiv suchte.

    Seit 1941 ist die Waldgesellschaft in eine Private Waldgenossenschaft übertragen worden.

    Einen herzlichen Dank an Franz Bylda

Waldgenossenschaft Gödenroth e.V.

Ulrich Brück
Tel.: 0171 – 4905574
E-mail: waldgenossenschaft@gödenroth.de