Freiwillige Feuerwehr Gödenroth

Eine Freiwillige Feuerwehr ist eine öffentliche Feuerwehr, die sich hauptsächlich aus ehrenamtlichen Mitgliedern, mitunter auch einigen hauptamtlichen Kräften (z. B. für den Rettungsdienst, in Werkstätten) zusammensetzt. Im Gegensatz dazu besteht eine Berufsfeuerwehr aus rein hauptamtlichen Einsatzkräften.
Entgegen der weitverbreiteten Meinung, in den meisten Städten Deutschlands gebe es eine Berufsfeuerwehr, wird der abwehrende Brandschutz und die allgemeine Hilfe in Deutschland hauptsächlich durch Freiwillige Kräfte sichergestellt. Bei einer Gesamtzahl von 2.074 Städten in Deutschland existieren in lediglich knapp über 100 dieser Städte Berufsfeuerwehren. In allen diesen Städten gibt es zur Verstärkung der Berufsfeuerwehr auch Freiwillige Feuerwehren.

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  • Aus der Chronik der freiwilligen Feuerwehr Gödenroth 1934 – 2009

    Unter dem Namen „Freiwillige Feuerwehr Gödenroth“ wurde dieselbe am 1. Dezember 1934 gegründet. Mit dem Leitgedanken:

    „Dem lieben Nächsten Wacht und Wehr, trat unser Bund ins Leben. Also beschirm uns Gott der Herr, woll`n ihm die Ehre geben“,

    stellten sich bei der Gründerversammmlung vor 75 Jahren im Gasthaus Müller folgende Männer, als sogenannte Führer-Räte, in den Dienst der ersten Freiwilligen Feuerwehr Gödenroth:
    Christoph Schlosser – 1. Wehrführer
    Gerhard Schmitz – 2. Wehrführer
    Ernst Wendling – Schriftführer
    Ernst Merg I. – Kassenwart
    Ernst Merg II. – Gerätewart
    Albert Kröber; Ernst Laux I.; Ernst Kilb; Heinrich Heinz;
    WilhelmSchneider; WalterSchneider.

    So heißt es u.a., dass alle Männer im Alter von 18 – 40 Jahren geschlossen der Freiwilligen Feuerwehr beigetreten sind, die aktive Wehr jedoch von den Jüngeren in Uniform und einer Stärke von 30 Mann gebildet wurde. Als Beitragsgeld wurden zwecks Gründung einer Kameradschaftskasse für jedes Mitglied 15 Pfennig vierteljährlich festgesetzt.

    Die damalige Ausrüstung bestand aus einer Handpumpe, den dazugehörigen Schläuchen und wenigen Handgeräten, wie Brandhaken und Leitern.
    Als bei Ausbruch des 2. Weltkrieges die Mehrzahl der „Aktiven“ zur Wehrmacht eingezogen wurden, bildeten die schon älteren und nicht dienstverpflichteten Männer eine sogenannte Reservewehr. Diese Feuerwehrleute wurden infolge des Kriegsgeschehens unter der Führung von Friedrich Löwenbrück (1943-1944) und AugustSchneider (1944-1946) auf eine harte Bewährungsprobe gestellt. So hatten sie in den Kriegsjahren 1944/45 bedingt durch viele Fliegerangriffe insgesamt 19 Brände zu bekämpfen.

    Unmittelbar nach Beendigung des Krieges waren es die Wehrführer
    Arnold Mildenberger von 1946 – 1950 und
    ErnstSchneider I. von 1951 – 1956

    die sich der Aufgabe stellten und mit dem Neuaufbau der Feuerwehr begannen. So konnten sie eine neue TS 8/8, verlastet auf einem in Eigenbau und nach Anleitungsplan hergestellten Feuerwehranhänger in der Schmiede des einstigen Gerätewarts Ernst Merg II. bald in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Während ihrer Amtszeit hatten sie zwei Waldbrände, sowie den Brand in der Schlosserwerkstatt von Ewald Schneider(Davids) zu verzeichnen.
    Mit der Anschaffung einer neuen TS6/6 trat Rudi Wendling im Jahre 1957 seinen Dienst als 1. Wehrführer an, als sein Stellvertreter wurde Walter Vogt ernannt. Noch im gleichen Jahr hatte sich die heimische Wehr wohl mit einem der größten Brände ihrer Geschichte auseinanderzusetzen, als am 10. Februar das Anwesen von August Heinz (Wänasch) bis auf die Grundmauern niederbrannte.
    Im Juli  1961 wurden die ersten Bande mit unseren Freunden aus Solingen geknüpft, der Werksfeuerwehr der Firma P.D. Rasspe Söhne, Solingen. Ins Leben gerufen dadurch, als die zwei Gödenrother „Auswanderer“ Heinz Bodlin und Kurt Friedrich dort ihren neuen Arbeitsplatz antraten und folglich den ersten Kontakt zwischen Solingen und ihrem Heimatort herstellten. Eine freundschaftliche Beziehung , die in den Folgejahren durch gegenseitige Besuche und private Begegnungen weiter gefestigt wurde und rund 32 Jahre Bestand hatte.
    Anlass  einer geselligen Feier war unter anderem auch das 30 – jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr, die am 1.-2. Mai 1965 unter Mitwirkung der Solinger Gäste im Gemeindehaus ihre Veranstaltung fand.
    Zu Beginn des Jahres 1971 konnte die Aufnahme von 8 neuen aktiven Mitgliedern der jüngeren Generation verzeichnet werden, die alsbald auf eine harte Bewährungsprobe gestellt wurden.
    Gleich zwei Brände galt es im selben Jahr den Kampf anzusagen, als Stall und Scheune der Anwesen Otto Emmel (Karels) am 23. Mai und Roland Weckmüller (Maiersch) am 8. Oktober von einem Großfeuer heimgesucht wurden. Bei letzterem Einsatz zogen sich die Feuerwehrkameraden Wehrführer Rudi Wendling und sein Stellvertreter Walter Vogt, in Ausübung ihres Dienstes, schwere Verletzungen zu, als eine Brandmauer zum Einsturz kam.
    Am 15.01.1973 konnte ein Feuer in der SOLO-Werkstatt von Rolf Schneider erfolgreich gelöscht werden.
    Nach der Amtsniederlegung des 1. Wehrführers Rudi Wendling, wurde am 01.03.1974 Willi Merg als sein Nachfolger ernannt. Wieder neu und ab gleichem Zeitpunkt wurde Manfred Müller das Amt des Kassenwarts und Schriftführers übertragen.
    Ein weiterer Wechsel in der Führung erfolgte 1978, als Walter Vogt aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat und Erhard Pfläging das Amt des 2. Wehrführers übernahm.

    Eine Umgliederung der Freiwilligen Feuerwehren wurde erforderlich, als Ende des Jahres 1976 auf Beschluss und im Rahmen eines neuen Organisationsplanes die Gödenrother Wehr in der Verbandsgemeinde Kastellaun als Gruppenfeuerwehr festgelegt wurde. Dies hatte zur Folge, dass die bis dahin geführte Personalstärke von 27 Aktiven auf maximal 18 Feuerwehrmänner reduziert werden mußte. Als drei Jahre später viele der „Älteren“ aus dem aktiven Dienst der Feuerwehr ausschieden und jüngere Kräfte in den Feuerwehrdienst übernommen wurden, blieben die alten Kameraden der Gödenrother Wehr erhalten und stehen noch heute mit Rat und Tat zur Seite.
    Es war somit ein Jahr der personellen Veränderungen, als 1979 sechzehn Feuerwehrkameraden in die inaktive Mitgliedschaft wechselten und  zehn Neuzugänge ihre Berufung in den aktiven Feuerwehrdienst erhielten.
    In Anerkennung für 25 Jahre treue Pflichterfüllung und freiwilligen Dienst in der Feuerwehr Gödenroth kann die Chronik heute auf 15 Kameraden zurückblicken, die in den Jahren 1968 – 2004 geehrt und denen das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber verliehen werden konnte:

    Herbert Vogt, Kurt Schneider, Helmut Lenhart, Walter Vogt,
    Kurt  Werner ,Karl-Heinz Baumgarten, Ernst Brück,
    Hermann Schneider, Rudi Wendling, Hans-Dieter Merg,
    Willi Merg, Ulrich Brück, Kurt Wendling, Hartmut Vogt und Berthold Link.

    Jedoch auch Anlass zur Trauer hatte die Gödenrother Wehr in den 70er Jahren, als es hieß, Abschied zu nehmen von den Feuerwehrkameraden Ernst Brück (gest. 1977) und Erwin Schneider (gest. 1979), die durch einen frühen Tod und in noch recht jungen Jahren aus unserer Mitte gerissen wurden.
    Mit Inbetriebnahme einer neuen TS 8/8 am 15.09.1981 konnte auch im Oktober des gleichen Jahres in Gödenroth die Herbstabschlußübung der Verbandsgemeinde Kastellaun erfolgreich durchgeführt werden. Neben dem Ausstattungssoll einer TS 8/8 und einem Feuerlöschanhänger, wurden die im Ort zu Verfügung stehenden Güllefässer in den Feuerlöschdienst der Gödenrother Wehr voll integriert. Diese der Landwirtschaft dienenden Fässer mit einem Fassungsvermögen von 6000 Liter haben sich als Wassertransporter insbesondere bei abgelegenen Brandstellen in vorbildlicher Weise bewährt. So konnten in der Vergangenheit zwei Waldbrände in der Gödenrother Gemarkung erfolgreich bekämpft und auch bei fünf auswärtigen Einsätzen in umliegenden Orten entsprechende Hilfe geleistet werden.
    Seit Oktober 1982 ist die Freiwillige Feuerwehr Gödenroth Mitglied des Kreisfeuerwehrverbandes Rhein-Hunsrück, dessen Gründungsversammlung des gleichen Jahres in Pfalzfeld stattfand.
    Anno 1984 konnten in einer gemeinsamen Festveranstaltung das Doppeljubiläum „50 Jahre Feuerwehr“ – „60 Jahre Sportverein“ mit großem Programm und zahlreichen Gästen aus nah und fern gefeiert werden.
    Nach erstmaliger Antragstellung im März 1980 folgte 5 Jahre später die Baugenehmigung und der erste Spatenstich (04.05.1984) für den Neubau des Feuerwehr-Gerätehauses. Bereits im Juli selbigen Jahres konnte das Richtfest, im September 1986 die Einweihung mit Schlüsselübergabe im festlichen Rahmen erfolgen. Unter Federführung der Verbandgemeinde Kastellaun wurden von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr rund 1200 ehrenamtliche Stunden in Eigenleistung erbracht. Die Baukosten in Höhe von 39600,- DM konnten folglich auf ein Minimum begrenzt werden.

    Im Hinblick auf die Fertigstellung der neuen Unterkunft gab es in 1986 / 1987 zwei ereignisreiche Jahre im Alltagsdasein der Freiwilligen Feuerwehr.
    In den Jahreshauptversammlungen am 08.03.1986 und 06.02.1987 kam es zu einem erneuten Führungswechsel, als
    1)    Willi Merg nach 12-jähriger Amtszeit aus gesundheitlichen
    Gründen seinen Rücktritt erklärte und
    Ulrich Brück als 1. Wehrführer gewählt und
    2)    der amtierende 2. Wehrführer Erhard Pfläging nach 9 Jahren
    von Gerd Kunz ersetzt wurde.
    Bereits 3 Monate später, am Tag der deutschen Einheit (17.Juni 1986) hatte der 1. Wehrführer seinen ersten großen Brandeinsatz auf dem Anwesen Horst Laux (Adams) zu leiten, als durch Blitzeinschlag Stall und Scheune den Flammen zum Opfer fielen.
    Ein Tag der Trauer war der 11.April 1987, als die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Abschied nahmen von ihrem ehemaligen 1. Wehrführer Willi Merg, ihn zu Grabe trugen und der im Alter von 47 Jahren am 07.April 1987 verstarb.
    Einen von der Verbandsgemeinde Kastellaun aus Bundeswehr-beständen übernommenen Unimog wurde der Gödenrother Wehr als Anlieger der Bundesstraße B327 zugewiesen, das erste mobile Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), dessen offizielle Übergabe am 26.Juni 1987 in Kastellaun stattfand.

    Da es sich um ein bei der Bundeswehr als ehemals im Einsatz befindlichen Trockenlöschfahrzeug handelte, wurde für die Eigenverwendung eine Umrüstung des Unimogs erforderlich, die von den „Aktiven“ in Eigenleistung und mit einem Kostenaufwand von 2100,- DM abgeschlossen  werden konnte.
    Verbunden mit der Vorstellung des umfunktionierten Bundeswehr-Unimogs in einer breiten Öffentlichkeit wurde gleichfalls das erste Gödenrother Feuerwehrfest am 09.-10.Juli 1988 ins Leben gerufen, das alljährlich und schon traditionsgemäß sich heute großer Beliebtheit erfreut. Nunmehr gehörten auch die Jahre 1975 – 1986, in denen die Freiwillige Feuerwehr insgesamt 5-mal Alleinausrichter der Dorfkirmes war, der Vergangenheit an. Personalmangel führte letztendlich dazu, dass sich ab 1991 fortan Sportverein und Feuerwehr gemeinsam der Aufgabe stellten: Dorffest und Tradition zu wahren.
    So kam es in diesem Zusammenhang, insbesondere auch zum Zweck der Steuerbegünstigung und Gemeinnützigkeit in der Versammlung am 16.Juli 1992 zur Neugründung des „Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Gödenroth e.V.“, der fortan gemäß der ersten Vereinssatzung die Öffentlichkeitsarbeit fortsetzte.
    Um den Fortbestand der Wehren auch in Zukunft zu gewährleisten, wurde in der Versammlung Dezember 1990 eine Jugendfeuerwehr auf Verbandsebene mit Standort Beltheim gegründet. Die Gödenrother Jugendlichen im Alter von 10 – 16 Jahren bildeten die stärkste Gruppe und sind noch heute mit zwei Mädchen in dieser Gemeinschaft vertreten. Ebenfalls konnte Anfang der 90er Jahre mit Silke Kunz die erste aktive Feuerwehrfrau in den „männlichen“ Feuerwehrtrupp aufgenommen werden.
    Aber auch den Tod eines weiteren jungen Feuerwehrkameraden, den von Stefan Weckmüller hatte die Wehr zu beklagen, der durch einen tragischen Verkehrsunfall am 24.08.1997 sein Leben lassen musste.
    Der mittlerweile in die Jahre gekommene Unimog (TSF) wurde im Dezember 1999 infolge gravierender technischer Mängel außer Betrieb gesetzt, die Einsatzbereitschaft jedoch durch einen Tragkraftspritzen-Anhänger (TSA) der Bundeswehr überbrückt, bevor ein Jahr später nach Begutachtung anderer Löschfahrzeuge im Bundeswehr-Depot Kappel eine Lösung gefunden wurde.
    Am 06.Dezember 2000 erfolgte die Selbstabholung eines neuen Tragkraftspritzen-Fahrzeugs (TSF-W) mit einem Fassungsvermögen von 500 Liter Wasser bei der Firma METZ in Karlsruhe. Wenig später am 01.April 2001 konnte in einer feierlichen Zeremonie von Verbandsbürgermeister Fritz Frey im Beisein des Wehrleiters Jürgen Gass und anderen geladenen Gästen das neue Löschfahrzeug mit seiner umfassenden Ausstattung sowohl der Öffentlichkeit vorgestellt als auch offiziell seiner Bestimmung übergeben werden. Mit der TSF-W-Zuweisung wurde die Gödenrother Wehr erstmals Träger von schwerem Atemschutz, was nicht nur eine spezielle Ausrüstung und Ausbildung geeigneter Feuerwehrkameraden erforderte, sie wird zudem aufgrund dieser Besonderheit fortan verstärkt als Ausrückwehr in die Pflicht genommen.

Berthold Link

Berthold Link

Wehrführer

Tel: 06762-7071
E-mail: feuerwehr@gödenroth.de

Armin Heinz

Stellvertretender Wehrführer

Tel.: 00491701880192